Brief ans Schulministerium

Heute habe ich eine Email ans Schulministerium geschrieben, weil ich das aktuelle Vorgehen nicht verstehen kann. Ich erwarte nicht wirklich eine reelle Antwort, aber immer alles nur vor sich hinplätschern lassen mag ich auch nicht. Manchmal muss ich halt den Mund aufmachen – und anders weiß ich es aktuell nicht zu tun. Eine Antwort wird von mir ggf. auch hier ins Blog gestellt.

Hier die Email:

Hallo Frau Ministerin Gebauer,

ich bin ein Vater von 2 Kindern, die verschiedene Schulen besuchen. Ich komme aus der IT Branche und habe schon immer mit Home Office (seit über 15 Jahren!) gearbeitet. Für mich ist der Lockdown und die damit verbundene Einschränkung nicht „zur Arbeit zu fahren“ keine Änderung meines Arbeitsverhaltens. In der Schule ist es eine riesige Veränderung. Ich sehe, wie die Schulen mehr schlecht als recht damit zurechtkommen. Die Systeme sind überlastet, die Lehrer haben keine Erfahrung mit online Arbeit und sind so ziemlich sich selbst überlassen. Die Schüler sind es noch viel mehr. Meine Kinder haben das Glück, dass ich Ihnen eine Struktur schaffen konnte, weil ich genau in dem Bereich arbeite und selber eine strukturierte Arbeitsweise nutze. Das haben andere Kinder sicherlich nicht. Dementsprechend ist der Lernstand gerade. Meine Tochter hat kaum Hausaufgaben – und mein Sohn hat mal zu viel und mal zu wenig. Die Lehrer können selbst die Masse an Aufgaben nicht richtig einschätzen, die sie vergeben. Ebenfalls ist es problematisch für die Eltern, den Kindern die Aufgaben zu erklären. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich es kann. In meinem Umfeld sind aber einige Eltern, die es einfach nicht können und die Kindern sind aufgeschmissen.

Von beiden Schulen erhielt ich die Information, dass meine Kinder (EF & Klasse 7) tageweise zur Schule sollen. Bei meiner Tochter (EF) sind es bis zu den Sommerferien ganze 4 Tage. Bei meinem Sohn steht die Info noch aus – da sie aber vom Ministerium vorgegeben ist, werden es vermutlich 2 Tage sein. Ich verstehe die dahinterstehende Logik nicht. Glauben Sie wirklich im Ernst in diesen 2-4 Tagen wird irgendetwas anderes gemacht außer nachgefragt, wie es den Schülern ergeht? Die Schüler haben sich seit Wochen nicht gesehen – nur online ab und an mal. Wenn Sie ernsthaft glauben, dass an den Schulen in dieser kurzen Zeit unterrichtet wird, waren Sie vermutlich schon seit 40 Jahren nicht mehr in einem Schulgebäude. Selbst wenn in diesen wenigen Tagen der Unterricht stattfinden sollte – was meinen Sie, was davon hängen bleibt?
Es gibt aus meiner Sicht nur zwei Optionen:
..1 der Virus ist wirklich so schlimm und die Ansteckungsgefahr ist so hoch
Dann bitte lassen sie die Kids zuhause und schicken Sie sie nicht unnötig für wenige Tage zur Schule. Das würde nämlich nur bedeuten, dass sie sich anstecken können. Für mich sieht es momentan nämlich genau so aus, dass die Kids nur zur Schule geschickt werden, damit sie sich anstecken und dann über die Ferien die Herdenimmunität bewerkstelligen sollen. Anders kann ich diese Farce nicht auffassen.
Hier darf es keine Schule mehr vor den Ferien geben, und die Arbeit muss komplett auf online verlagert werden. Die Lehrer müssen mehr Unterstützung erfahren und besser ausgestattet werden, damit das Online-Lernen besser klappen kann.

..2 der Virus ist nicht so schlimm wie offiziell behauptet bzw. die Ansteckungsgefahr ist nicht so hoch
Dann lassen Sie die Kids doch alle wieder zurück- und die Normalität wiederkehren.
Hinweise hierzu gibt es auch zuhauf:
https://www.wehmoeller.net/2020/03/was-die-aktuelle-pandemie-mit-uns-macht/#comment-514

Ich weiß, dass ich hier keine wirkliche Antwort erwarten kann – ich kann nur nicht immer einfach nur schweigen und alles hinnehmen, daher teile ich meine Worte mit – vielleicht bewirken Worte ja doch etwas.

Beste Grüße & Danke für Ihre Arbeit in dieser schwierigen Zeit,
Christian Wehmöller
Bochum

PS: Der Brief und ggf. ihre Antwort (sofern von Ihnen nicht ausdrücklich untersagt) wird von mir auch online auf mein Blog gestellt.

2 Gedanken zu „Brief ans Schulministerium&8220;

  1. …und haben die schon zurück geschrieben? Ach nee, geht ja gar nicht, die Post kommt nicht an bei den Beamten, die sind ja dank der Krise im HomeOffice und die paar im Büro wissen hinter ihrem Keim- verseuchten Unterwerfungslappen nicht mehr ein noch aus vor lauter Diskussion um die sicherste Klimaanalage, den Hygienevorschriften beim Kaffeekochen oder wie man genau nun regelt wer, wann auf Toilette darf bzw. seine Daten dort hinterlässt, damit man potentielle Übertragungswege im Büro sammeln kann… hihi

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