Mein neues Auto

Ich fahre einen Diesel, einen SUV, ein Auto mit soviel PS, dass ich nicht mal sagen kann wieviel der hat. Da es ein Firmenauto ist, also geleast, bekomme ich alle drei Jahre ein neues Auto. Das kann man hinterfragen, aber nehmen wir es mal einfach so hin. Nun sind die drei Jahre bald wieder rum um ich muss mir überlegen, was für ein Auto bestelle ich mir diesmal?

Früher war das relativ einfach, erst einmal habe ich mich bei BMW umgeguckt, da BMW einfach einen super Service hat, die Autos ausgereift sind und überhaupt, Freude am Fahren! Klar war auch: Opel, Ford und VW sind unter meinem Niveau und Mercedes ist ein Spießerauto. Dann gab es noch so Marken wie Jaguar und Porsche, wo ich immer mal hingeschaut habe ob da was interessantes angeboten wird. Technische Kriterien waren auch relativ einfach: Allrad, Automatik, Diesel, Navisystem und n fetter Motor – bin ja schließlich viel auf Autobahnen im letzten Raser Paradies unterwegs.

Die Zeiten sind allerdings vorbei. Heute, nach Jahren der Diskussion über Feinstaub, CO2 und Klima schäme ich mich fast für meinen Diesel SUV. Daher beschäftige ich mich schon seit einiger Zeit mit der Frage, was ist denn wirklich wichtig wenn es um mein neues Auto geht?

Brauche ich eigentlich ein Auto?

Da stellt sich zuerst mal die Frage, brauche ich eigentlich noch ein Auto? Aktuell steht mein Auto mehr rum als dass es gefahren wird. Ok, das ist meistens so, aber bei mir steht es in der Regel 2 Wochen rum um dann ein paar Tage für kleinere Strecken benutzt zu werden. Das kann sich aber auch, je nachdem wo ich gerade arbeite, wieder ändern. Letztes Jahr bin ich regelmäßig nach Heilbronn gefahren, also viele lange Strecken. Im Moment arbeit ich in München und dort braucht man tatsächlich kein eigenes Auto mehr, da alle Carsharing Anbieter dort Angebote haben, man vieles mit dem (Miet-)Fahrrad erledigen kann und auch der ÖPNV sowas von gut ist. So kommt man problemlos ins Office und ist gleichzeitig sehr flexibel wenn man mal schnell wohin muss. Würde ich in München wohnen, bräuchte ich das Auto nur für Wege raus aus München. Ich wohne aber in Essen, und da sieht das schon anders aus. Keine Carsharing Anbieter vorhanden, der ÖPNV ist nahe an einer Katastrophe und Fahrradfahren grenzt an Selbstmord. Wenn ich mir vorstelle, ich muss ohne Auto meine Familie in Wattenscheid besuchen … Nee, echt nicht. Ich denke hier brauche ich ein Auto, insbesondere da ich davon ausgehen muss, dass ich nie weiß wo ich in 2 Monaten arbeiten werde. Also ich beantworte die Frage mal mit: Ja, ich brauche ein Auto.

E-Auto?

Ok, man kommt nicht mehr drum herum sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ein Auto ist nicht gut für die Umwelt. Es ist sogar schädlich. Und da ist es erstmal egal welches Auto das ist oder wie es funktioniert. Stellt sich die Frage, was ist eine vertretbare Variante? Scheint doch offensichtlich, dass es ein E-Auto sein muss. Tja, das ist aber so nicht richtig. Wenn man sich dazu mal alles mögliche anschaut und dabei nicht so sehr auf den Hipe achtet, dann stellt sich das schon komplexer da. Erstmal hängt das natürlich davon ab, woher man den Strom bezieht. Wenn man beim RWE Strom abholt kann man unter dem CO2 Aspekt auch nen Diesel SUV von Porsche fahren, für den wird zumindest Hambi nicht abgeholzt. In die Klimabilanz geht auch stark die Produktion des Autos und besonders die Art und Herstellung des Akkus ein. Aktuelle Studien kommen im Grunde zu dem Ergebnis, dass unter aktuellen Bedingungen der Stromerzeugung und der Herstellung von Zubehörteilen ein E-Auto in der CO2 Bilanz keinen erheblichen Vorteil hat, betrachtet man aber, dass sich diese in den nächsten Jahren deutlich ändern werden, wird das E-Auto immer besser. Hier ein Link auf einen Artikel der das gegenüber stellt. Man kann wohl davon ausgehen, dass es in 5 Jahren schon deutlich besser aussieht. Hinzu kommt aber auch noch, dass der Vorteil der E-Autos in der Klimabilanz erst nach erstaunlich vielen Kilometern wirklich zum Tragen kommt, wie es dieser Artikel beim VCD zeigt. Danach ist ein E-Auto in der Stadt aktuell erst nach ca. 40.000 km und auf der Autobahn sogar erst nach über 100.000 km im Vorteil gegenüber Benzinern oder Diesel, je nach Technologie. So viele Kilometer fahre ich aber in der Regel nicht in den drei Jahren. Auch hier wird sich das im Laufe der Zeit zugunsten der E-Autos ändern. Objektiv betrachtet muss man aber wohl sagen, heute sind E-Autos noch nicht klar im Vorteil, das hängt stark vom Einsatz und dem Strombezug ab. Da kann man also keine echte Entscheidung ableiten, und für mich wird es kompliziert so ein Auto zu fahren, da ich eher für lange Strecken planen muss. In der Stadt fahre ich wenig und wenn ich ein Auto brauche, dann für lange Strecken auf der Autobahn. Da hat das E-Auto aber deutliche Nachteile im Bezug auf Reichweite, Aufladen und so weiter. Ich habe auch keine Garage oder einen Stellplatz wo ich das Auto aufladen kann … wenn ich mir ein E-Auto kaufen würde, müsste es also eines mit viel Reichweite und schnell Aufladen sein, und da wäre man dann beim Tesla der mir aber einfach zu teuer ist. Also ein reines E-Auto fällt für mich im Moment aus.

Benziner oder Diesel?

Diesel fällt schon mal aufgrund des Scham Faktors aus denke ich. Man wird ja fast schon beschimpft, wenn man heute noch einen Diesel kauft. Mal abgesehen davon gibt es aber auch weitere Gründe auf den Diesel zu verzichten. Da wäre zuerst mal das Thema Feinstaub. Der kommt nicht nur aus dem Auspuff sondern auch von den Bremsen und den Reifen. Das, was aus dem Auspuff kommt kann sogar gereinigte Luft sein, nämlich dann, wenn man in einer schon hoch belasteten Region wie Stuttgart unterwegs ist. Dann saugt das Auto nämlich hoch kontaminierte Luft an, verbrennt diese bei hohen Temperaturen und stößt dann durch den Feinstaubfilter gereinigte Luft wieder aus. Ja ja, das ist ein bisschen schön geredet aber stimmt tatsächlich 🙂 In normal belasteten Regionen ist das aber eben nicht der Fall, da erhöht selbst die gereinigte Luft den Feinstaubanteil und das kann der Diesel besonders gut. Unter dem Feinstaub Aspekt muss man also auf den Diesel verzichten und ein Auto kaufen, dass idealerweise weitgehend elektrisch bremst und außerdem nicht so schwer ist damit es weniger Reifenabrieb hat. Reifenabrieb bedeutet übrigens auch Mikroplastik. Die Reifen werden aktuell als großes Problem gesehen, da sie in der Herstellung CO2 freisetzen, wenn sie Verbrannt werden erst recht, und dann auch noch Feinstaub. Was da gerade so passiert zeigt dieser Artikel ganz gut.

Was CO2 angeht ist der Diesel besser als ein Benziner, da er den Treibstoff effizienter verbrennt und in der Regel weniger verbraucht. Da liegt dann auch schon der Hund begraben, es liegt eigentlich am Verbrauch. Diesel hat einen höheren CO2 Anteil, der wird aber besser verbrannt. Um den CO2 Ausstoß pro KM zu berechnen gibt es eine einfache Formel – CO2 Ausstoß in g/km = Verbrauch auf 100 km * 26,5 für Diesel und Verbrauch auf 100 km * 23,8 für Benziner. Bei gleichem Verbrauch ist der Diesel also schlechter in der Bilanz. Das er in der CO2 Bilanz als umweltfreundlicher gilt liegt also am geringeren Verbrauch. Ein Diesel verbraucht in der Regel bei gleicher Leistung, Gewicht und Fahrweise 20 bis 30% weniger als ein Benziner da er effizienter verbrennt. Dazu kommt das höhere Drehmoment, was dazu führt, dass man zum Beschleunigen weniger hohe Drehzahlen braucht. Die Lösung ist also im Grunde einfach: Man braucht ein Auto das wenig Treibstoff verbraucht und dann kann das ruhig Benzin sein.

Also dann einfach einen Kleinwagen mit Benzinmotor kaufen? Tja, da spricht auch so einiges dagegen, insbesondere persönliches. Ich bin groß. Ich habe Familie die hin und wieder hier ist, nehme aber auch öfter Kollegen mit wenn ich in einem Projekt arbeite. Ich fahre entweder in der Stadt – was für den Kleinwagen spricht – oder lange Strecken, was dagegen spricht. Und dann habe ich auch noch Rücken, was für ein hohes Auto spricht. Ich mag SUVs oder Cross-Over Fahrzeuge. Und irgendwie kann ich mich nicht an den Gedanken gewöhnen einen Smart oder Fiat 500 zu fahren.

Hybrid oder Plug-In?

Muss man aber auch nicht. Zum Glück gibt es ja die Hybrid Autos 🙂 Ok, was ist das eigentlich? Ein Hybrid ist ein Auto das sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen oder mehrere Elektromotoren hat. Womit der Verbrennungsmotor arbeitet ist erst einmal egal, die gibt es als Diesel, Benziner oder Erdgas. Man unterscheidet zwischen reinem Hybrid und den sogenannten Plug-in Hybriden. Der reine Hybrid hat einen relativ kleinen Akku der nur ein paar Kilometer reicht, sagen wir mal reiner e-Betrieb in der Stadt liegt bei unter 10 km. Dafür muss man den aber nicht aufladen, das passiert automatisch wenn der Verbrenner anspringt oder gebremst wird – mit dem Nebeneffekt, dass die Bremsscheiben geschont werden weil man elektronisch bremsen kann. Ein Hybrid hat also keine Ladebuchse und fährt in der Regel, zumindest wenn es flotter vorwärts geht, mit dem Verbrennungsmotor. Der E-Motor unterstützt dann zum Beispiel beim Anfahren oder beim Cruisen. Das Ergebnis ist, bei einer vernünftigen Fahrweise, ein deutlich geringerer Kraftstoffverbrauch als bei einem reinen Verbrennungsmotor. So wird zum Beispiel der Lexus UX 250h mit 4,1 Liter auf 100 angegeben, der baugleiche reine Verbrenner (UX 250) mit 5,5. Das sind kombinierte Werte, im reinen Stadtbetrieb gewinnt der Hybrid noch einmal deutlich, da er dort zum großen Teil mit dem E-Motor fährt. Außerdem wird man den Verbrenner immer wieder hoch drehen, wenn man anfährt und wegkommen will. Da spielt der Hybrid aber gerade seine Stärke aus, der Elektromotor hat eine überwältigende Beschleunigung ohne dafür Benzin zu verbrauchen. Im Vergleich beschleunigt der Hybrid sogar mehr als eine Sekunde schneller auf 100 km/h und wäre noch besser, wenn er nicht ab ca. 40 km/h rein mit dem Verbrenner arbeiten würde. In der Stadt beschleunigt man selten auf mehr als 40 km/h, also in der Regel elektrisch. Im Übrigen werden diese Werte auch in den Tests bei normaler Fahrweise bestätigt, was bei normalen Verbrennern nie so ist. Mein X1 wird mit 5,2 Liter angegeben, aber unter 7 bin ich damit noch nie gekommen. So kommt ein Mittelklasse Hybrid locker auf CO2 Werte die deutlich unter denen von Kleinwagen liegen. Der sparsamste Kleinwagen mit Benzinmotor ist im Moment wohl der Fiat 500 0.9 mit 4,0 Liter Verbrauch auf 100 km. Der hat einen 85 PS Motor und gilt nicht als Platzwunder. Ein Mittelklasse Hybrid SUV kommt da locker dran, und noch besser sieht es bei den Hybrid-Plugins aus.

Ein Hybrid Plugin hat einfach einen größeren Akku, der für mindestens 40 km reicht. Das muss er, damit man die 3000 € Prämie vom Staat bekommt, wenn man ihn kauft. Damit kann man fast jeden alltäglichen Weg in der Stadt mit dem Elektromotor bewältigen. Den Verbrenner braucht man dann nur noch für lange Strecken oder wenn es mal richtig schnell sein soll. Oder eben wenn der Akku leer ist, was das größte Problem dabei ist, denn der Akku ist zu groß und die Beanspruchung zu hoch, als dass man ihn mit dem Verbrenner effektiv beladen könnte. Man muss den Akku also, wie bei den reinen E-Autos, an der Steckdose aufladen. Belohnt wird man dann mit einem amtlichen Durchschnittsverbrauch von 1 bis 1,5 Liter auf 100 km. Vorausgesetzt, man lädt immer schön auf …

Die Brennstoffzelle

Fehlen darf die nicht, denn das wäre nun wirklich die, aus Umweltgesichtspunkten, beste Variante. Soweit ich es durchschaue wäre es wohl auch die sinnvollste Variante, da man einen Elektromotor mit hoher Leistung hat, wobei der Strom durch eine chemische Reaktion erzeugt wird – Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff zu H2O und erzeugt dabei Wärme und elektrischen Strom, der für den Antrieb genutzt wird. Das Fahrzeug bläst dann reines Wasser aus dem Auspuff. Geht es noch umweltfreundlicher? Die Frage ist mal wieder nicht so einfach zu beantworten, denn man muss sich ansehen, wie der Wasserstoff “hergestellt” wird. Man kann aus allen möglichen Materialen Wasserstoff gewinnen, am einfachsten natürlich aus Wasser. Aber dazu braucht man wieder Energie, man muss ja Wasserstoff vom Sauerstoff (oder anderen Materialien) trennen, lagern und transportieren. Wird das nun mit herkömmlichen Mitteln gemacht, dann hat man wieder bei der Produktion einen hohen CO2 Abdruck, auch da gilt also, die Infrastruktur muss umweltfreundlich arbeiten. Und Infrastruktur ist da auch wieder so ein Thema, es gibt heute nur sehr begrenzte Möglichkeiten Wasserstoff zu tanken. Aktuell gibt es 75 – in Worten Fünfundsiebzig – Tankstellen in Deutschland bei denen man Wasserstoff tanken kann. Je nachdem wo man wohnt braucht man die 500 Km Reichweite um zur nächsten Tankstelle zu kommen … In Essen gibt es keine, die nächste wäre in Mülheim an der Ruhr. Ca. 25 Km Weg für mich um zu tanken. Immerhin liegen ca. 50 von den 75 auf der Strecke von Essen nach München, wenn ich also immer irgendwo dort arbeiten würde wäre das machbar. Aber was gibt es denn an Autos zu kaufen? Genau 2. In Worten – Zwei. Den Hyundai Nexo, ein SUV, für schlappe 70.000 € in der Grundausstattung und den Toyota Mirai, einem Mittelklassewagen für 80.000 €. Und dann kann man noch einen Mercedes Mieten, den GLC F-Cell für 670 € am Tag, was aufs Jahr gerechnet 244.550 € ausmacht. Na danke. Das Thema ist dann wohl erst einmal durch.

Also was soll’s sein?

Wenn ich das alles so betrachte, dann fühle ich mich aktuell bei einem reinen Hybrid gut aufgehoben. So ein Auto ist deutlich umweltfreundlicher als mein BMW X1 Diesel, erzeugt deutlich weniger Feinstaub und man kann ihn dennoch sowohl in der Stadt als auch auf langen Strecken gut benutzen. Kein Problem mit dem Aufladen des Akkus aber dennoch in der Stadt fast immer elektrisch unterwegs. In drei vier Jahren ist die Infrastruktur für E-Autos wahrscheinlich auch schon wieder besser, dann kommt vielleicht ein Plug-In in Betracht. Im Moment aber wird es wohl ein Hybrid werden.

Da gibt es auch eine Reihe von interessanten Fahrzeugen, von Kleinwagen bis Luxusauto ist da alles dabei. Ich habe mir bisher insbesondere zwei Fahrzeuge näher angesehen, den Kia Niro Hybrid und den Lexus UX 250h e-Four. Beide sind 2019 erschienen und haben sehr gute Beurteilungen bekommen. Beides sind Cross-Over, also “kleine” SUVs. Der Kia hat etwas weniger Leistung – 140 PS gegenüber 180 beim Lexus – und ist, was Verarbeitung, Ausstattung und Preis angeht, eher im guten Kleinwagen Segment angesiedelt. Der Lexus ist dagegen eher im Luxusbereich einzuordnen. Mit einer Ausstattung wie sie mir gefallen würde haben beide mehr oder weniger die gleichen Merkmale, aber eben in unterschiedlicher Qualität. Ich denke beide sind ok, aber bei Autos mag ich nun mal gute Materialien, gute Verarbeitung, schöne und ergonomische Bedienelemente, ein gutes Navi und so weiter. Das kostet Geld, der Kia liegt dann bei etwa 35.000€ und der Lexus bei 48.000€. Das ist aber auf jeden Fall mal deutlich günstiger als mein aktueller BMW X1 der vor 2 Jahren bei ähnlicher Ausstattung 55.000€ gekostet hat.

Tja, da bin ich nun angekommen. Ich denke es wird ein Lexus UX 250h E-FOUR in gehobener Ausstattung.

Lexus UX 250h E-Four
Lexus UX 250h E-Four – Cross-Over

Ich habe aber erst einmal einen Termin für eine Probefahrt bei Lexus und Kia vereinbart, man muss so ein Auto ja auch mal gefahren haben. Gefühlt bin ich aber ganz zufrieden. Unter den gegebenen Umständen ist das für mich ein guter Kompromiss in Sachen Umwelt (und Schamgefühl). Ein paar Jahre weiter, wenn die Infrastruktur passt, dann werde ich sicher einen Plug-In oder ein volles E-Auto kaufen, aber im Moment ist das weder deutlich umweltfreundlicher, noch aus praktischen Gründen machbar.

Soweit mal zu meinem Fetisch Auto 🙂

8 Antworten auf „Mein neues Auto“

  1. Mir gefallen diese neuen Cross Over Autos nicht so. Ich fahre aktuell auch noch einen Diesel, und sogar das erste Mal einen SUV. Mir gefällt ein SUV auch nicht so, da ich den Umwelt Aspekt auch sehe. Allerdings habe ich nicht nur den Umwelt Aspekt, sondern noch ein paar andere, die dazu geführt haben, dass es ein Subaru Forester wurde. Ich bin mittlerweile von dem Wagen nicht mehr ganz so überzeugt, da er ein paar kleinere Probleme hat, die immer ordentlich Zeit kosten. Aktuell geht beispielsweise die Klimaanlage nicht mehr, nachdem ich den Wagen aus der 60tkm Inspektion geholt habe. Also muss ich die Tage wieder hinfahren und nachschauen lassen.

    Folgende Dinge sind für mich bzw uns als Familie wichtig…
    Wir haben noch mehr Probleme von der Größe her gesehen, da ich 2 mittlerweile echt große Kinder habe, und ich selber auch knapp an die 2m Grenze komme. Das bedeutet ein Golf oder vergleichbare Autos kann ich vergessen. Selbst ein Octavia Kombi empfinde ich zu klein. Hinter mir sitzt in einem solch kleinen Auto nämlich niemand mehr oder nur öffentlichen Verrenkungen.
    Dann fahren wir mit einem Wohnwagen in den Urlaub, da ich die Freiheit darin genieße und ich nicht gerne fliege. Das heißt, ein Kleinwagen zieht den Wohnwagen nicht. Man kann natürlich drüber streiten, ob man wirklich Urlaub machen muss, in dem man durch die Gegend fährt. Aber ich möchte es, und nehme dann in Kauf, dass ich in der Hinsicht eine Umweltsau bin.
    Dann kommt noch der dritte Aspekt, ich fahre auch viel Autobahn. Das heißt ich möchte sicher und bequem ankommen. Allrad finde ich gut, müsste aber nicht zwingend sein. Automatik will ich nicht mehr missen.
    Ich habe den Subaru diesmal auf 5 Jahre genommen. Im Hinterkopf hatte ich, längere Laufzeit bedeutet günstiger für die Firma und umweltschonender da nicht direkt nach 3 Jahren wieder ein neues Auto für mich produziert wird. Ich darf den Wagen noch etwas über drei Jahre fahren und habe leider das gleiche schlechte Gewissen, das Bernd gerade hat. Hinzu kommt, dass mein Euro 6 Diesel ggf im nächsten Jahr auch mit Fahrverbot zu rechnen hat, da die EU Politiker die Grenzwerte illegalerweise angehoben hatten. Das EU Gericht hat das gekippt nun können die Städte sich ab 2020 selber überlegen, ob die Diesel mit der Euro 6 norm vor Euro 6 d-temp auch von Fahrverboten betroffen sein sollen. Ich bin gespannt.
    Das nächste Auto wird bei mir vermutlich ein Plugin Hybrid. Ich habe die Möglichkeit zu laden, bzw kann sie mir schaffen. Und mit dem richtigen Fahrzeug kann man auch den Wohnwagen ziehen. Allerdings ist man dann auch direkt im Luxussegment. Der Unterschied ist aber hier, dass Vater Staat diese Fahrzeuge immens subventioniert – also noch stärker als die Firmenfahrzeuge eh schon subventioniert werden. Das relativiert dann den höheren Preis für einen selbst, zumindest wenn die Firma den Wagen seinem Mitarbeiter dann auch erlaubt. Mal sehen was wird.

  2. Für mich ist die Sache relativ einfach. Hauptsache die Karre gehört mir, ist einigermaßen bequem und ich muss nicht wie ein Satellit dauernd drum rum kreisen wegen kleinsten Kratzern oder Krümeln irgendwo die meine Endrate hoch treiben. Deswegen fahre ich gern einen alten Benz, egal ob Diesel oder Benzin, weil das sicherlich das geringste Übel ist von alle dem anderen Scheiß. Dafür versuche ich unnötige Strecken zu vermeiden, esse kein Fleisch und wenn würde ich keins aus Massentierhaltung essen und tue alles um möglichst meine Kinder und mich von Handystrahlung, Sozialen Medien und all dem anderen Zerstreuungsbullshit fern zu halten usw… Damit ist mein Gewissen zwar nicht völlig beruhigt, aber jeder tut halt was er kann.

    So zahle ich zwischen ein bis zwei tausend Euro alle drei bis fünf Jahre für ein Auto und stecke da jährlich sagen wir etwa 300euro Reparatur rein (alles etwa im Schnitt). Damit bin ich bequem, sicher, mit gutem Sound im Radio unterwegs und unabhängig -soweit man das sein kann. Kein Service, Check und Kilometer Heft, Kein Navy was meine Daten irgendwo hin funkt, keine tausend Knöpfe, die alle nix bringen außer noch mehr Energie zu verschwenden, kein entwürdigender Autoverkäufer oder eine Santander Bank mit exorbitanten Zinsen…

    Das habe ich alles hinter mir und viel daraus gelernt. Da war niemand für mich da, kein Versprechen von Seriosität und Service außer Abzocke. Das ist natürlich logisch, weil wie sollte ein Autokonzern auch noch mehr Geld für die Aktionäre reinholen als durch noch mehr Beschiss?! – Sicherlich nicht mit Qualität, damit kann man heute kein Geld mehr verdienen, das ist einfach ausgeschöpft. Deswegen finde ich es immer wieder lustig wenn heraus kommt, dass mal wieder irgend ein Aufsichtsrat nix gewusst haben will. Obwohl die Werte aus irgend einem Qualitätsbericht doch ausdrücklich den Vorgaben irgendwelcher Vorgaben für Werte entsprachen usw… für die ganzen Berichte und Vorgaben waren dann viele bullshitjobs erforderlich und alle haben se damit gutes Geld verdient aber am Ende bleibt die Natur der Sache, dass man für den Transport von A nach B Energie verballern muss…
    Am besten alle fahren mehr Fahrrad 🙂

    1. Schon interessante, wie du als Arzt das Thema Qualität siehst. Ich habe mal an einer Software für den medizintechnik Bereich gearbeitet, und da gab es eine klare “Null-Fehler-Strategie”. Hab ich sonst nirgendwo gesehen, vielleicht gibt es das noch beim Flugzeugbau. Klar, da geht es am Ende um Menschenleben, daher macht das Sinn. Aber Sinn macht Qualität ganz sicher in vielen anderen Bereichen genauso. Ich will mein Fleisch (Oh Gott, ja, ich esse Fleisch) nicht von irgendwem, ich will keine Billigklamotten die nach Chemie riechen, aber selber schneidern kann ich nicht, darum kauf ich halt “Qualitätsware” wenn es geht. Ich will da Qualität die nachgewiesen wird. Und so will ich auch Qualität wenn es um eine Auto geht. Ich habe lange genug alte Karren gefahren, selber repariert und gebastelt um es zum Laufen zu bringen und das will ich ganz sicher nicht mehr – kann mich ja nicht mal mehr bücken ohne Rückenschmerzen zu kriegen in meinem Alter :-). Die Kosten spielen für mich nicht so sehr eine Rolle, ist ein Firmenwagen und ich verdiene gut genug um da nicht so hingucken zu müssen. Und ich fahre das Auto halt auch / hauptsächlich beruflich und da muss ich mich darauf verlassen können.

  3. Meine Utopie wäre, man braucht kein Auto mehr. Öffentlicher Verkehr wird vermehrt ausgebaut und ist kostenlos. Fahrradwege werden richtig umgesetzt – so wie es beispielsweise in Kopenhagen ist – das fände ich super.
    Hier im Ruhrgebiet musst du aber schon eine Portion Selbstmord mitbringen, um dich hier mit dem Fahrrad von A nach B bewegen zu wollen. Innerhalb unseres kleinen Vorstadt Dorfes mach ich es soweit ich kann, via Fahrrad oder Laufen. Aber wenn ich mal nach Bochum rein fahren will, wird das schon spektakulärer, weil die ganze Infrastruktur nicht auf Fahrradfahrer sondern auf Autos ausgelegt ist.
    Hier zu hab ich auch eine feine Doku bie Arte gesehen… Vielleicht auch für interessant?
    https://www.arte.tv/de/videos/073938-000-A/die-erdzerstoerer/

    Die 3000 Euro alle drei Jahre – nehm ich dir ab. Die 300 Euro im Jahr kann ich kaum glauben. Ich habe meine Rechnungen für meine Mopeds und Autos Jahrelang mit Excel gepflegt – wie so ein kleiner Beamter ;)… Und ich weiß, dass ich bei einer Fahrleistung zwischen 20 und 30tkm im Jahr bei meinem Moped beispielsweise 300 Euro im Schnitt pro Monat hatte – mit Wertverlust, Ersatzteilen, Reparaturen, Tüv, Sprit und Steuer. Wobei ich bei dem Moped ALLES selber repariert hatte. Bei einem Auto (groß genug für unsere Familie) waren es immer zwischen 550-700 Euro pro Monat – wobei ich hier nicht alles selber repariert habe. Selbst der Kleinwagen meiner Frau kostet uns im Schnitt 120 Euro im Monat. Und dieser ist aus meiner Sicht überflüssig – aus der Sicht meiner Frau natürlich nicht. 😉
    Ich halte es beispielsweise auch für Quatsch, dass ich zum Kunden rennen muss und dort arbeite – da dies nur Aufwand – physisch (Geld, Autofahrt, etc.) wie auch psychisch (Weniger Schlaf, Konzentration für den Weg, etc.) bedeutet – also vertane Zeit, da ich alles, was ich beim Kunden mache genauso gut zu hause bearbeiten kann. Ok, es fehlen dann vielleicht die Gespräche zwischen den Türen – aber das sind in der Regel keine arbeitsrelevanten Themen – sondern nur der Zwischenmenschlichkeit geschuldet.

    Wenn ich beispielsweise anstatt das Auto, die Bahn nehmen würde, was ich schon probiert habe, um dort hinzukommen, brauche ich mindestens eine Stunde länger – meist sogar noch mehr pro Fahrt. Das will ich nicht hinnehmen, weil ich dann nämlich später beim Kunden ankomme oder einen Tag eher losfahren müsste, was dann natürlich bedeutet, dass ich meine Familie noch einen Tag weniger sehen würde. Da wiegen meine Eigeninteressen deutlisch höher – irgendwo bin ich ja auch ein Ego-Arsch…. Das muss halt jeder für sich selber abwägen. Aber ich überlege das auch oft hin und her, weil ich da auch ein schlechtes Öko-Gewissen habe.

  4. Noch ein Nachtrag:

    Ich habe mir diesen Youtube-Film (https://www.youtube.com/watch?v=_LXuYoh7hLI) angesehen zur Wasserstoffzelle … und nun verstehe ich warum Christian darin die Zurkunft sieht. Ich stimme ihm nun zu. Aber leider erst die Zukunft, da bisher einfach nicht umgesetzt in Europa. Der Weg wird wohl sein, den ÖPNV umzustellen auf Wasserstoff, dann kommen Transportunternehmen, Fluggesellschaften und Schiffe … und am Ende der Kette werden die Technologien und die Tankstellen bereit sein für den Massenmarkt … wenn es dann überhaupt noch den Individualverkehr gibt und nciht alles durch selbstfahrende Taxis abgedeckt wird.

  5. Wirtschaft – Staat- Interessenvetretung. so oder ähnlich sollte unser Staatsaparat eigentlich heißen. Einer Firma den Anreiz zu geben, ihren Mitarbeitern statt einer Gehaltserhöhung ein neues Fahrzeug zu geben und höheren Sozialabgaben aus dem Weg zu gehen ist pervers. Zumindest in einem “Sozialstaat”. Es ist ein verstecktes Gesetz zur Subventionierung der Industrie. Ein Stück dreckige Kohle um den kaputten Motor der kapitalistischen Wirtschaftsutopie des ständigen Wachstums am Leben zu halten. – …auf einer Lebenswelt mit endlichen Rohstoffen! Jedes neue Stück Konsum verbraucht Resourcen und Energie. Ein Auto, meines Wissens besonders viel. Und statt darauf zu achten dann ein Produkt von höchster Ingenieurskunst abzuliefern, das aufgrund seines hohen Einsatzes von Energie und Material ja besonderer Sorgfalt bedürfte, werden hier bewusst Fehler und kurze Lebensdauer “programmiert” – straffrei! Nach Ablauf der Leasing Zeit muss dann auch wieder ein neues her. Früher fuhr der bei uns ausrangierte Merzedes Taxi-Diesel dann noch ein 2. Leben in der dritten Welt. Dieser Ingenieursarbeit konnte ein 2. Leben ausgesogen werden. Ich möchte allerdings bezweifeln das die Generation von mit Digitaltechnik vollgestopften Autos darauf einen Anspruch hat. Sie wird wohl eher durch Fackeln, Steine und Kinderhände Ihrer Platinenschätze beraubt werden. auf einer verrauchten Müllkippe von unterbezahlten hustenden Kindern die ihre Tagesfunde für Pfennige zurück in der Kreislauf der “Wertstoffe” bringen. Ja, Recycling ist was tolles…
    Mein Geschreibsel ist verkürzt und unvollständig aber es ist auch noch früh und ich bin müde! Trotzdem sehe ich den Teufel im System. ob Hybrid, Plug-In oder Wasserstoff. Unserer Umgang und die Verteilung von Wissen und Rohstoffen muss geändert werden. Wachstum und Ausbeutung sind der schnelle Tod und unser sicherer Untergang denke ich…und die Automobilität ist nur ein kleines Beispiel dafür.

    1. In einer idealen Welt, würde ich es mir auch anders wünschen. Da leben wir aber leider nicht. Und ich denke, dass die Mehrheit der Menschen die ideale Welt gar nicht haben will. Auch ich bin mir nicht sicher ob ich den richtigen Weg gehe, obwohl ich schon einiges verbessert / geändert habe.

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