Massentierhaltung

Seit einigen Jahren verzichte ich mittlerweile auf Fleisch und Fisch. In erster Instanz war der Verzicht das Resultat auf meine ständigen Magenbeschwerden, die von Ärzten nur durch diverse Pillen bekämpft wurden. Nachdem ich einige Änderungen in meinen Essgewohnheiten vollzogen habe, änderte sich auch flugs das Verhalten von meinem Magen-Darm-Trakt. Unter anderem kein Fleisch mehr, anfangs noch ein wenig Fisch, dann auch die nicht mehr. Sehr wenig Zucker, was sich wirklich als schwierig erwies, weil in fast jedem Artikel, den man im normalen Supermarkt kauft, Zucker enthalten ist. Weizenmehl wird von mir auch weit möglich gemieden. Daheim ist das alles kein Problem, Brot wird lecker seiner gebacken, gekocht ebenso. Unterwegs ist es schon schwieriger, so dass ich da nicht über penibel mit bin/ sein kann. Aber ich will auch nicht der penetrante Typ sein, der sich allem enthält. Mein perösnliches Empfinden hat sich seitdem aber um 180 Grad gedreht, und es geht mir viel besser.

Zum Einen wird es wirklich an der anderen Ernährung liegen. Zum Anderen auch daran, das sich nicht mehr so große Portionen futtere. Knapp 25-30 Kilo – je nach Tagesform haben sich bei mir entfernt. Ich kann mir heute kaum noch vorstellen, dass ich jeden Tag – jede Minute so einen Zementsack mehr bewegt habe – unvorstellbar aus heutiger Sicht.

Heute sehe ich die Abstinenz von Fleisch auf meinem Teller aber noch aus einem anderen Winkel. Natürlich habe ich mich auch früher schon damit beschäftigt, wie unser Fleisch hergestellt wird. Ich habe es in den Kindertagen auf dem Bauernhof erlebt – meine Familie stammt vom Bauernhof und ich war als Kind in den Ferien oft bei meinem Onkel auf dem Hof. Kein träumerischer Bauernhof wie man ihn in Kinderbüchern findet – nein eine Massentierhaltung mit engen Käfigen für die Hühner, mit dunkeln Räumen für die vielen Schweine, mit festgeschirrten Säuen in engen Ställen, mit kleinen Kälbern die direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt wurden, mit Kühen, die gemolken und nur für ein paar Stunden – falls das Wetter gut genug war auf die Weide durften. Das war alles normal – damals. Auch das Schlachten der Tiere auf dem Hof. Das Schlachten gehörte zum “Mann werden” dazu. Ich habe meinen Onkel dafür eine Zeitlang echt gehasst – weil ich beim Hühnerschlachten die Hühner festhalten musste. Tiere sind Dinge – das ist der Gedanke auf dem Hof gewesen. Und den habe ich auch so übernommen. Daher war es auch ganz normal, dass man Fleisch auf dem Teller hatte.

Heute – nach Büchern, Reportagen, Nachrichten, Videos und Gesprächen mit diversen Menschen – sehe ich das alles anders. Meinem Onkel bin ich auch schon sehr lange nicht mehr böse – er war ein Mensch, der in einer anderen Zeit und in einem anderem Leben aufgewachsen ist. Er war nicht böse, nicht schlecht – hatte seine Eigenarten, die durch seine Erziehung und seinem Leben definiert wurden – so wie es bei jedem Menschen der Fall ist. Rückblickend war er aus meiner Sicht ein guter Mensch.

Wenn man aber nicht nur auf das Leid der Tiere schauen möchte – sondern auch noch das Klima, den Klimawandel – also die Umwelt miteinbezieht – dann wird es etwas schwieriger.

Wir sind ein Ökosystem – alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Wir – das sind nicht nur die Menschen – das ist alles, was es gibt – die Tiere, die Pflanzen, die Menschen, alles was auf der Erde vorhanden ist – alles hat Auswirkungen aufeinander. Wir die Menschen formen die Welt leider zu einem grausamen Ort, den es so nicht mehr lange geben wird – davon bin zumindest ich überzeugt. Damit dies vielleicht doch nicht passiert – mache ich, das was ich für mich für richtig halte. Das Problem ist, dass man in unserer heutigen Gesellschaft immer den schwarzen Peter hat – egal was man macht. Ich habe einige Dinge mittlerweile geändert und versuche die Sachen, die ich wissentlich immer noch falsch mache – einfach auszublenden oder zu entschuldigen. Mal sehen wie lange ich das noch machen kann.

Hier sind einige Tipps, wie man das ein oder andere Ändern kann – beispielsweise beim einkauf:

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Ich esse gerne Streichkäse – und trinke auch ab und an Milch – allerdings nehme ich für meinen Kaffee daheim mittlerweile eher Hafermilch. Wenn man folgendes sieht, dann sollt eich das auch lassen.

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Ich halte es da wie Herr Pelzig am Ende der Folge in der Anstalt – übrigens eine sehr sehenswerte Folge.

Es gibt diverse weitere Sendungen, die sich lohnen gesehen zu werden. Beispielsweise hier von Quarks und Co. Die Sachen sind recht leicht aufgearbeitet, so dass es auch Kinder verständlich ist. Unglaublich finde ich auch das Missverhältnis von Nutz- und Wildtieren:

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Es gibt aber auch in der Massentierhaltung Gründe aufzuatmen – also nicht für die Bauern, die damit Geld verdienen – aber für die Tiere. Die Wissenschaft wird es hoffentlich bald ändern können. Leider sieht die Politik hier auch keine 2 Meter weit – das heisst, die Bauern, die es nicht selber sehen und Alternativen finden, werden untergehen.

Hoffnung sollte immer da sein – daher sehe ich die FridaysForFuture Aktionen beispielsweise als positiv. Ja – Schule-schwänzen der Kids – muss nicht zwingend sein. Aber ganz ehrlich – unsere Kids haben soviel Unterrichtsausfall – und Beschäftigungsmaßnahmen, dass es aus meiner Sicht sowieso keine große Rolle spielt. Zu dem bin ich zum Thema Schule und Unterricht aus eigener Erfahrung sowieso sehr skeptisch, was die Schule unseren Kindern beibringt. Hier läuft auch sehr viel falsch.

Achtsamkeit – habe ich diese Woche nocht von einem Arbeitskollegen gehört. Ja – Achtsamkeit nicht nur dem Menschen gegenüber – sondern allem gegenüber wäre wichtig. Das ist ein Wort, das mir gefällt. Das ist etwas was ich auch versuche in meinem Leben verstärkt einzubringen. Auch wenn ich noch am Anfang stehe.

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