Verdienst versus Sinn?

Bullshit-Jobs? Da musste ich ja fast schon lachen, als ich das las. Hatte es heute doch noch beim Mittagstisch den Arbeitskollegen erzählt – und siehe da – es gibt noch mehr Menschen, die genauso denken.

Je sinnloser der Job – desto höher der Verdienst.

Jemand der etwas Sinnvolles – im Sinne von einen Beitrag zur Gesellschaft leistend – tätigt, wird mit so wenig Geld entlohnt, dass man diese Tätigkeit nur dadurch auch machen kann, weil man Idealist ist.

Beispielsweise Erzieher – ein sehr sinnvoller Beruf. Man kann aber kaum sich selbst davon ernähren – geschweige denn eine Familie. Dasselbe gilt für Krankenpfleger, Verkäufer, Leute bei der Müllabfuhr, etc.

Sobald man aber in die Verdienstebene kommt, wo man auch seine Familie ernähren kann, ist der Job und weiter oben auch der Jobinhalt immer leerer.

Hier hat heise etwas von David Graeber geschrieben, was ich aus meiner Erfahrung her auch unterschreiben kann. Bullshit Jobs nennt Graeber diese Auswüchse… Hört sich witzig an – ist aber leider Realität.

Es gibt noch weitere Artikel, die sich mit dem Sinn der Arbeit beschäftigen, die lesenswert sind. Generell gilt – mal drüber nachdenken, und schauen, ob eine Veränderung SINN macht?

Beim Stern..

Im Stern Artikel wird auch noch auf diese Webseite referenziert… mal sehen, ob mein Job bald futsch ist?

4 Antworten auf „Verdienst versus Sinn?“

  1. Mwahaha… bitte, bitte kritisiere nicht all die Sinnlosigkeit. Denn wir Psychiater verdienen unser Brot damit. Stellt Euch vor die Menschen würden Sinn erleben, wo wären all die Depressiven? … Man stelle sich gar vor, was wäre, wenn Spirituelle Grundwerte wie Wahrhaftigkeit, Verstehbarkeit, Barmherzigkeit, Güte usw… tatsächlich Bedeutung hätten. WTF – nicht aus zu denken, dann wären die Kliniken aber leerer und die armen Psychotherapeuten draußen hätten nix mehr zu essen… NEIN – Auf GAR KEINEN Fall *zupf am Kittel den Kragen gerade* und *ernste Miene*: Bitte gebt Euren Kindern Handys und lasst sie schnelle Bilder im Fernsehen schauen, damit ihr Aktivitätsniveau auf ‘hyper’ gestellt wird und sie dennoch in ihrer Aufmerksamkeit defizitär bleiben, weil sie das mit ihren jungen Seelen alles gar nicht fassen können. Dann gibt’s von uns ne schicke Diagnose (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom -geil ne?!) und PILLEEEN… und wir verdienen was dran. Ach und bitte bleibt in euren Hamster-Rädern, jagt Orgasmen und dem Konsum hinterher, das lässt die Seele spirituell ausbluten und ihr fühlt euch antriebsarm, depressiv und verliert die Freude und das Interesse (-die Leitsymptome der Depression (WHO ICD-10)). Dafür haben wir besonders viele Pillen und schicke Psychotherapieverfahren, die gut gescored, evidenced-based und so sind, also eine SUUUPER Sache, glaubt mir *Hypnoseblick*…
    Egal was man für ein Mensch ist, es gibt doch für alle das richtige Verfahren wieder kompatibel zu werden und produktiv und konsumierend und blöd und gott-fern und wenig spirituell und sinnlos und so… alles nur eine Frage der Kompetenz, also des richtigen Psychiaters, der weiß was zu tun ist. Auch wenn so manche Pille bitter schmeckt (nette Allegorie hmh), so MUSS sie geschluckt werden, bitte meine Herren (extra Herren, damit sich die Damen darüber aufregen nicht extra genannt worden zu sein, das lenkt schön ab, bereitet Konflikt und fühüttert unsärä Zuhunft…), wo soll sonst unser Geld herkommen. Und so etwas wie BullShitJobs gibt es doch nicht *seriöser Arztblick* auch sollte man die Seite ‘www.boreout.com’ verbieten. Das ist mir alles ein wenig zu viel Aufklärung, da kriege ich ja Angst um meinen Job…

  2. Vielleicht, nur vielleicht, ist es ja auch sinnvoll anderen Menschen Jobs zu geben? Und dann verdient man in der Regel mehr als andere … oder andere zu heilen, da verdient man in der regel auch mehr … oder Wissen zu schaffen … oder oder oder …

    Ich denke das ist alles zu Platt. Hört sich cool an, Bullshitjobs, aber die Realität ist, es gibt Jobs die total unterbezahlt sind und es gibt welche die total überbezahlt sind. Von der Sinnhaftigkeit des Jobs hängt das nicht ab, eher davon, wie viele Menschen für so einen Job benötigt werden. Krankenschwestern und Pfleger werden deutlich mehr benötigt als Ärzte, Angestellte gibt es mehr als Arbeitgeber, Erzieher gibt es in Massen, Proffessoren erher weniger.

    Ich denke es geht um gerechte Verteilung und da ist vieles im Argen.

    Zum Thema bittere Pille fällt mir folgendes ein:
    https://www.youtube.com/watch?v=bEES-uReuVI

  3. Es geht hier nicht darum, dass es Menschen gibt, die anderen Jobs geben. Es geht auch nciht darum, dass der Chef mehr Geld erhält als der Arbeitnehmer. Das sollte klar sein, weil es auch um Verantwortung und Risikoübernahme geht. Es gibt in vielen Bereichen aber Jobs, bei denen es egal ist, ob jemand hin geht oder nicht. Es gibt Menschen, die nichts machen – aber eine Entlohnung erhalten. In großen Unternehmen oder im Bereich des Beamtentums gibt es sicherlich auch etliche Jobs, die eigentlich keine sind.
    Die Frage stellt sich für mich – warum sollte man solche Jobs erhalten? Warum sollte man nicht mal überlegen, ob man hier eine Umverteilung ermöglichen kann. Gerade im Hinblick darauf, dass eine Vollbeschäftigung swieso Schwachsinnig ist und man in den nächsten Jahren eher weniger Jobs als mehr erhalten wird, die Industrie 4.0 oder AI, Robotik und was man sonst noch so für Stichworte findet. Gerade vor diesem Hintergrund gilt es zu überlegen, ob man nicht die Gesellschaft umbaut. Ob die Politik nicht mal einen großen Umbruch schaffen will, damit unser Sozialsystem – ökönomisch wie auch gesellschaftlich – nicht noch weiter ausgehöhlt oder gar abgeschafft wird.

    Es gibt so viele sinnlose Jobs – soviele Jobs, die nur dafür da sind, dass irgendeine Firma mehr verdient – dass man nochmal irgendwo Geld spart – sei es durch Steuerlöcher, durch Job-Abbau, durch sonstige Controlling Mechanismen, die keine Rücksicht auf die Gesellschaft und die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nehmen. Im Gegenzug dazu gibt es so viele sinnvolle Jobs…. wie bereits angesprochen….

    Ein weiterer Schritt wäre die gerechtere Entlohnung – klar – hier ist auch einiges falsch.

    Und ja – das Lied hatte ich auch direkt im Kopf 😉

  4. *KlppfKlopf auf’s Mokro*”…bin ich wieder dran?”…”ich finde auch, dass wir zu viel Erzieher und zu wenig Professoren haben. Aber das drückt ja genau das Problem aus. Verlust von Bildung zu Lasten von Kompatibilität, Konsum-Funktions-Schrott! Unsere Brut soll schnell von Muttis emotionaler Wärme weg (damit die nämlich weiter arbeitet und viel amazoned) und im Hort, in der Kita und wie die Versorgungsnester alle heißen, laufen schon die ersten Computer mit bilingualen Programmen heiß, damit die Kleinen sich schnell an den ganzen Mist außerhalb von Leben, Liebe, Organik, Inhalt und so gewöhnen und zu Zombies der Form und Struktur werden. Dann können sie auf irgend einer Schule ein Billig-Abi machen um dann schnell etwas beigebracht zu bekommen. Eigentlich egal was, hauptsache ein paar Computer-Kenntnisse, etwas Trockenenglisch, dazu Höflichkeit und viele Floskeln, vielleicht noch Mathe, oder zumindest Umgang mit Kalkulations-Software… jo… dat wär’s eigentlich und fertig ist irgend ein zertifizierter Bullshit-Abschluss. Irgend ein lustiger Bachelor (darüber macht sich sogar RTL lustig – traurig oder?) oder für die teureren Zombies ein Master, Hauptsache viele, viele Punkte und dann ab inne Welt, vor irgend einen Bildschirm etwas tippen und rechnen ohne Ahnung vom großen ganzen. Und dass so gestresst, dass für die Sehnsucht nach Bildung, Spiritualität, etwas höherem oder Menschlichkeit keine Zeit bleibt. Falls der Bullshit Job eine gute Work-Life-Balance hat (was wär se wöalt ohne Denglisch), gibt’s ja zum Ablenken ein Fitness-Studio, Superfood, Social-Media und andere tolle Dinge anstelle von Büchern, Zusammenkunft von Menschen die miteinander sprechen und so… Ach und die neuen Professoren, ja äh, die machen mit, weil wenn sie dicke Bücher schreiben würden oder komplexe Vorlesungen halten würden, wär ja keiner mehr da, der das mit ihnen teilen kann (früher nannten man die ‘Studenten’). Die jungen Menschen machen nämlich entweder es so wie oben skizziert oder wie es Ihnen RTL beibringt – und dann brauchen wir noch mehr ‘Erzieher’…”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.