Gesichtserkennung 2018

Die Bundespolizei hat eine kleine Studie zum Thema Gesichtserkennung beendet. Laut den Beamten war diese Studie sehr erfolgreich und die Überwachung soll am besten weiter ausgebaut werden.

Als ich das vor einigen Tagen auf einer anderen Seite gelesen hatte, hab ich schon gedacht, so ein Schwachfug. 80% Trefferquote nennen die Herrschaften erfolgreich. Diese Studie war an einem Bahnhof – wie viele Leute rennen da täglich vorbei? 50.000? 100.000? oder mehr? 80% von 100.000 – sind 80.000 Leute, die richtig erkannt werden. 20.000 halt nicht. Das alleine ist ja schon ein Hinweis darauf, wie dämlich sowas ist. Was soll ich mit 20.000 Leuten, die nicht erkannt werden – TÄGLICH?

Ok – wenn man jetzt annimmt, man will nur böse Buben finden – dann kann man damit vielleicht den ein oder anderen erkennen. Aber auch hier – was soll die massenhafte Überwachung aller, nur um einige wenige Idioten zu finden? Die Verhältnismäßigkeit gerät immer mehr ins Hintertreffen. Die faschistoiden Überwachungs-Phantasien dieser Leute kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Sehr schön, dass der CCC diesen Bericht weiter analysiert und auseinander genommen hat. Eine kürzere Zusammenfassung findet sich auf heise.de. Anhand des Beispiels des überwachten Bahnhofs – wird dort exemplarisch aufgezeigt, dass man davon ausgehen kann, dass man mindestens 4 Alarme pro Stunde für unbescholtende Bürger erhält. Das bedeutet, dass man eine Person vor dem Monitor sitzen hat, die diese Alarme überprüfen muss. Wenn davon wirklich mal ein richtiger Alarm dabei ist, wird der vermutlich eher weg geklickt, da man einfach zu selten einen richtigen Alarm erhält.

Das Fazit aus dem Bericht des CCC finde ich am besten – im Bericht wird auch aufgezeigt, wie man sich am besten vor der Erkennungssoftware schützt. Einfach 15 Grad von der Kamera wegdrehen und diese erkennt nix mehr.

Was soll denn der Mist? Sicherheit gibt es nicht. Kameras schützen nicht. Steckt das Geld lieber in eine vernünftige Ausbildung für Polizisten. Mir sind mehr Menschen auf der Straße lieber, als mehr Kameras. Mehr Polizisten bedeuten nämlich auch weniger Stress für die bereits im Beruf tätigen. Diese sind nämlich so genervt, dass man immer seltener auch freundliche Polizisten auf der Strasse antrifft.

2 Antworten auf „Gesichtserkennung 2018“

  1. “…Aber Kinder, Kinder…das ganze hat doch System”, sagte der Erklärbär: “All die Jobs, die durch die vielen neuen Technologien weg fallen, versetzten Menschen in Angst um ihre Existenz. Angst ist der ‘sicherste’ Motor um Menschen zu lenken – das klappt immer (quasi zertifiziert). Vier Alarme pro Stunde können also von ein paar billig eingestellten CamaraAssistantSupervisor mit Chance auf einen SeniorSupervisor-Posten, die irgendwelche Klicks machen, überprüft werden. Dafür braucht man nur irgendeine qualitätszertifizierte Sicherheitseinweisung (anstelle von (Aus)Bildung!) und eine ebenso zertifizierte Sicherheitsdienstleihfirma… und schon konkurrieren zwei drei arme Menschen um einen solchen Job damit sie diesen mit Eifer und Ehrgeiz machen, für 3,68 Euro pro Stunde, zumindest dann, wenn der Staat sich auch noch die paar Sozialleistungen nicht mehr leisten mag. Wie gut also, dass es Angst gibt… und ein QM-System…und eine ‘balanced scorecard’ auf der fest steht, dass im nächsten 5-Jahreszeitraum die Quote von 80% auf 81,376589% angehoben werden kann, – so der letzte Qualitätsbericht, den viele teuer aus (aber weniger vorwiegend ‘ge’-)bildete Menschen verfassten… Und wenn sie nicht gestorben sind, verängstigen sie noch heute…” Gute Nacht!

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