Sammlungsbewegung?

Sahra Wagenknecht hat in meinen Augen leider ein viel zu geringes Ansehen bei den meisten Menschen. Ja – wenn ich sie sehe und reden höre – und nicht auf ihre Worte achte, muss ich gestehen, dass mir ihre Art auch nicht so ganz sympathisch rüberkommt. Es ist schon etwas hochgestochenes und vielleicht auch eine Art der Arroganz, die von ihr ausströmt. Ich vermute mal, dass genau das auch der größte Grund ist, dass ihre Worte bei vielen Menschen gar nicht ankommen. Soweit ich in meinem Umfeld miterlebe wird leider viel zu oft einfach drauf geschaut, ob jemand einem sympatisch ist und nicht, welche Worte und Kausalitäten derjenige aufzeigt interessiert wenn überhaupt nur sekundär.

Frau Wagenknecht hat bei mir große Achtung, da ich in vielen ihrer Reden und Texten soziale Aufrichtigkeit erkennen kann. Oft spiegelt sie auch meine Meinung wider. Hier ist ein weiterer Text, der vermutlich wieder viel zu wenig Beachtung erfährt.

Ein Gastbeitrag von Frau Wagenknecht in der Welt.

Sie erläutert, wie die Wahlbeteilung, der Wählerwille und die wirkliche Welt aufeinander treffen. Wie die rückgratlose Politik die Wähler ratlos macht. Wie der Wähler selber bereits erkannt hat, dass nicht die Politik das Land regiert, sondern eher die Wirtschaft diktiert wo es lang geht.

Das Fazit des Artikels mal als Zitat:

Es ist dringend an der Zeit, dass der Unmut wieder eine progressive Stimme und letztlich auch die Macht bekommt, die Politik in unserem Land zu verändern.

Wir brauchen eine neue Sammlungsbewegung: zur Wiedergewinnung der Demokratie, für Fairness im Umgang untereinander, für eine leistungsgerechte Verteilung und für eine Politik der guten Nachbarschaft im Verhältnis zu anderen Ländern.

 

Wahre Worte, die ich gerne hier wiederhole.

2 Replies to “Sammlungsbewegung?”

  1. Hmmm … Aaaalsooo … gemessen an den Menschen die in Deutschland als Politiker gelten ist Frau Wagenknecht sicher ein Highlight … aaaaaber … Ihre Wortwahl zum Thema Migration, ihre Ablehnung des bedingungslosen Grundeinkommens, ihr Wunsch, die Welt möge zu einem Zustand wie vor 20 Jahren zurückgehen … hmm, da kann ich mich nicht mit Anfreunden.
    Ja, ich finde auch, dass sie viel zu wenig in den Medien vorkommt und ich finde sie ist ein positiver Lichtblick im Politikerallerlei, aber ich denke wir brauchen heute Politiker die über neue Konzepte nachdenken und nicht nur zurück schauen.
    my 5 cents

  2. Ich sage ja auch nicht, dass SIE das Allheilmittel ist und nur tolle Sachen sagt. Sie ist aber nunmal eine der wenigen, die wenigstens ein paar Dinge ausspricht, die ich für richtig und wichtig halte.
    Grundeinkommen – aus meiner Sicht keine Frage – das muss und wird kommen. Thema Migration hat sie auch gute Ansichten. Die Wortwahl ist vielleicht nicht immer richtig gewählt. Aber auch das ist aus meiner Sicht eher richtig als falsch. Zitat: „Dass es Grenzen der Aufnahmebereitschaft in der Bevölkerung gibt, ist eine Tatsache, und dass Kapazitäten nicht unbegrenzt sind, auch. Das festzustellen, ist weder links noch rechts, sondern eine Banalität.“
    Sehe ich genauso – es gibt welche – nur wo die sind – steht auf einem anderen Blatt. Man kann an einem Ort nur eine bestimmte Anzahl Menschen ansiedeln, ohne Probleme zu erhalten. Mehr steht da nicht. dass die Einreise der Flüchtlinge eine zeitlang ohne sonderliche Kontrolle erfolgte, kann man auch nicht abstreiten. Und dass das nicht richtig ist, sollte auch jeder erkennen. Es gibt leider Menschen, die die soziale Bereitschaft ausreizen – sei es durch sexuelle Übergriffe oder Ausnutzung der sozialen Möglichkeiten durch mehrfache Registrierung oder Registrierung als Minderjähriger, obwohl augenscheinlich bereits weit über 20 Jahre alt. Solche Dinge müssen irgendwie kontrolliert und unterbunden werden. Sie behauptet nicht, wie die rechte Runde, dass dies das normale Verhalten von Flüchtlingen sei – aber leugnen kann man solche Tatsachen auch nicht, wie es von verschiedenen anderen Politikern gemacht wird. Das ist aus meiner Sicht unter anderem ein Grund, warum die AFD so viel Zuspruch erhält. Ich vermute, dass Frau Wagenknecht genau deswegen die Aussagen ins richtige Licht stellen will. Dass ihr das widerrum nicht immer gelingt, muss ich auch zugeben.
    Und den Wunsch die Vergangenheit wieder zu erwecken hat sie aus meiner Sicht nicht. Die Geschichte wiederholt sich öfters – da die Menschen einfach zu begrenzt denken. Sie handeln nur in ihrem kurzen Sichtspektrum – daher kommen viele Fehler in jeder Generation erneut vor. Ebenso kommen aber auch gute Bestrebungen wieder vor. Aus meiner Sicht bauen ihre Aussagen darauf auf.
    Wobei ich wie gesagt, alles was aus ihrem Mund kommt auch nicht für gut und auch nicht als Allheilmittel halte. Aber vieles hat Hand und Fuß und empfinde ich vor allem im Vergleich zu anderen Aussagen der meisten Politiker als ehrlich und sozial.

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