Daten deines Autos – DSGVO konform?

Im Rahmen der neuen DSGVO habe ich einige Artikel gelesen. Für unsere Firma durfte ich bereits die Datenschutzerklärungen anpassen. Für mein Blog habe ich auch eine Datenschutzerklärung – aus meiner Sicht ausreichend. Falls ein Abmahner meint, es sei nicht so – ich habe eine Rechtsschutzversicherung.

In einem dieser Artikel habe ich einen Hinweis auf eine Untersuchung des ADAC gefunden, was Autohersteller so alles sammeln und bei sich speichern. Diese Untersuchung ist mittlerweile 2-3 Jahre alt und ich vermute, aktuelle Modelle sind da noch weit gesprächiger.

Den Hinweis fand ich mit der Frage, ob das überhaupt DSGVO konform wäre. Aus meiner Sicht, sind Daten, die in einem Fahrzeug anfallen Personen-bezogen. Man kann den Fahrer aus mehreren Sichten her bestimmen – zum einen sind Versicherungen zu Autos mittlerweile meist Personenbezogen. Damit wäre der Nutzerkreis schonmal ziemlich eingeschränkt – manchmal sogar nur auf einen Benutzer. Zum anderen kann man aus den Daten, die das Fahrzeug übermittelt, das Fahrprofil ermitteln. Mit dem Fahrprofil ist wiederrum eine eindeutige Zuordnung zu einer Person möglich. –> Ich fahre grundsätzlich anders als meine Frau.

Selbst wenn man die Einschränkung der Versicherung nicht hat – und auch wenn es sich um einen Fuhrpark handelt mit mehreren 100 oder 1000 Fahrzeugen, und die Autos nicht einem Benutzer zugeordnet werden – ist anhand des Fahrprofils – jeder Fahrer eindeutig identifizierbar. Alleine anhand der GPS Daten ist die Einschränkung der möglichen Fahrer schon erheblich. Dann noch die Art der Beschleunigung – wie hoch dreht der Fahrer den Wagen, die Art und Häufigkeit der Bremsungen, die Schnelligkeit in den Kurven, und noch viel mehr an Daten, die der Wagen dem Hersteller preis gibt – ermöglichen dem Hersteller ein genaues Fahrprofil und damit auch eine Zuordnung zum Fahrer. Wenn dann noch ein Handy gekoppelt wird – und diese Daten ebenfalls genutzt werden – da heutige Autos in der Regel das Adressbuch kopieren oder direkt drauf zu greifen. Ein Auto sagt mehr über einen aus, als man es früher noch gedacht hatte.

Ich bin mir nicht bewusst beim Kauf der letzten Autos von den Herstellern irgendwelche Datenschutzerklärungen erhalten zu haben. Aber vielleicht hab ich diese auch beim Kaufvertrag übersehen?

Ich halte die neue DSGVO für sehr sinnvoll – da es wirklich um mehr Datenschutz und mehr Transparenz geht. Allerdings treibt es bei jeder neuen Regelung oft auch eigenartige bis lustige Stilblüten.

Ein Gedanke zu „Daten deines Autos – DSGVO konform?

  1. DSGVO eine riesen Falle?
    Du erwähntest bereits die “lustigen Stilblüten” – im Alltag in der Medizin bedeutet das z.B folgendes: Ein alter Mensch im Krankenhaus bekommt eine Lungenentzündung (häufiger Fall) und muss in ein anderes Krankenhaus verlegt werden zur Behandlung dieser. Der Dienstarzt nun sagt nicht mehr: “…lieber Kollege, übersende dir einen 82j Hr. S. mit Verdacht auf Pneumonie, einer Sauerstoffsättigung von 86% zur dringenden Übernahme…” sondern DSGVO-konform: “… lieber Kollege, bitte schaue nicht auf Dein Telefon, von wo ich angerufen habe, aber ich schicke Dir einen Patienten (oder eine Patientin – greetz to life of Brian) und der oder die hat was, ich kann die keine Laborwerte sagen, aber bitte sage nix, gebe Dir den Tip: hör mal auf die Lunge…” Geil ist auch wenn Schwiegervater leicht dement ist und vielleicht etwas für Ihn geregelt werden muss: Kein Sozialdienst darf irgendwo anrufen, kein Hausarzt befragt werden zu vorbestehender Medikation, kein Pflegeüberleitungsbogen (ein typisches Dokument) mehr weiter gegeben werden und sogar die Krankenkasse darf keine Auskunft zu Pflegegrad etc. mehr machen. Vielleicht haben ja alle zufällig super gut vorgesorgt und es liegen Vorsorgevollmachten vor und zufällig sind alle erforderlichen, unterschriftsberechtigten Personen auch noch zur normalen Arbeitszeit greifbar, dann darf man das ja nicht einmal faxen, weil Fax genaugenommen nicht sicher. Aber dank einer in jedem Krankenhaus so exzellent (weil ja gut bezahlt und daher nur die Besten der Besten) aufgestellten EDV, kann man als Arzt diese Dokumente verschlüsselt weiter leiten…. Bwoahaha… bin selber Arzt und hab keine Ahnung wie sowas geht und darüber hinaus die Leute unserer EDV sicher auch nicht… also bleibt: WTF -Buisness as usual – bis jemand klagt und alle gucken dumm ausse Wäsche… Aber außer Polemik nun zu der Falle: Alle regen sich im Medizinbereich über diese Hürden auf und jeder ist genervt über all die Unterschriften zu Datenschutzerklärungen usw. dennoch weiß das Sozial- oder Finanzamt alles über mein Konto, geschweige denn die Schufa. Im Alltag werden durch skurrile Datenschutzblüten Hindernisse gelegt – mit System – DENN: Nun sagen alle: “Dieser immense Datenschutz ist doch scheiße, wir können unsere Arbeit nicht machen, die Patienten schreien: ich verstehe das alles nicht mehr, was soll der Mist, den sich unsere Regierung da ausgedacht hat usw… und heimlich, ganz heimlich schleicht sich eine stille Wut auf Datenschutz ein… und so bleibt zu befürchten, dass eines Tages irgend ein schwarzer (oder gar brauner) Retter kommt und den Datenschutz zu Gunsten einer besseren Patientensicherheit einfach *puff* -abschafft- Schwarzmalerei? – sicherlich nicht. Die Geschichte ist voller guter Ideen aus denen massive Hindernisse für den OTTO-Menschen wurden; Hindernisse, die für Industrie und Staatsapparat sowieso nicht bestanden und später kurzer Hand zur “Entlastung” voller Stolz überwunden wurden. Hoffentlich geschieht dies nicht auch beim Datenschutz.

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